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Alles zum Fahrradreifen – Teil 3: Welche Reifenbreite beim Rennrad, Trekkingbike, E-Bike oder MTB?

In unserer Themen-Reihe dreht sich alles um den Fahrradreifen. Nachdem du Teil 1 und Teil 2 bereits gelesen hast, bist du bestens gewappnet für die kommende Fahrradsaison. Redet jemand über die ETRTO Nummer für die Reifengröße bist du nicht mehr beeindruckt, auch den passenden Drahtreifen mit Pannenschutz hast du für dein Fahrrad gefunden. Nun willst du noch das letzte bisschen Performance aus deinem Rennrad oder Mountainbike holen. Die Frage, die du dir nun stellst: Welche Reifenbreite soll ich auf meinem Fahrrad fahren?
Leider lässt sich das pauschal nicht beantworten. Je nach Fahrradtyp werden unterschiedliche Reifenbreiten gefahren. Wir können dir jedoch eine Hilfestellung bei der Entscheidung geben.
Welchen Einfluss hat die Reifenbreite auf den Rollwiderstand?
Den größten Einfluss auf die Reifenbreite wirst du beim Rennrad und Cyclocross feststellen. Dort ist eine Abweichung von mehr als 5 Millimeter erheblich. Bei MTBs, Trekking- oder Citybikes wird eine Spanne der Fahrradbreite von über 20 Millimeter angeboten.
Die Reifenbreite beim Mountainbike
Bei einem MTB steht die Bodenhaftung und Traktion im Vordergrund. Die MTB-Reifen erhalten daher ein stollenähnliches Profil. Der Rollwiderstand wird nicht so stark in den Fokus gerückt. Bei einem Cross Country und Marathon Mountainbike wird 51 Millimeter bis 54 Millimeter (2,1 Zoll bis 2,3 Zoll) empfoheln. Bei einem All Mountain geht die Tendenz zu 54 Millimeter bis 61 Millimeter. Beim Enduro MTB kann mit 58 Millimeter bis 64 Millimeter (2,35 Zoll bis 2,6 Zoll) deutlich breiter gefahren werden.
Die Reifenbreite beim Trekking- und Citybike
Die Fahrradreifen für die Citybikes und Trekkingbikes sind schmaler als beim MTB, und breiter als beim Rennrad. Ein Kompromiss von Rollwiderstand und Pannenschutz muss her. Ein mäßiges Profil, für guten Grip auf Wald- und Schotterböden und gleichzeitig nicht zu viel davon, um einen hohen Rollwiderstand auf Asphalt vorzubeugen. Die Reifenbreite geht einher mit dem Anforderungsbereich. 37 Millimeter bis 52 Millimeter Reifenbreite gelten als Referenz. Beim Citybike sollte tendenziell schmaler gefahren werden, beim Trekkingbike eher breiter.
Die Reifenbreite beim E-Bike
Je nachdem, welche Art von E-Bike du fährst, kannst du dich an die vorherigen Fahrradtypen halten. E-MTBs werden mit 51mm bis 54mm und Stollenprofil gefahren, E-Citybikes hingegen mit weniger Profil und schmaleren Reifen mit 42 Millimeter bis 52 Millimeter.
Zur Erinnerung: Wenn du nicht weißt, wo du die Reifenbreite auf deinem Fahrradreifen findest, lies dir den ersten Teil unserer Reihe „Alles zum Fahrradreifen“ durch.

Die Reifenbreite beim Rennrad, Gravelbike und Cyclocross
Die Wahl der richtigen Reifenbreite ist entscheidend für die Performance und den Komfort deines Fahrrads. In den letzten Jahren hat sich der Trend zu breiteren Reifen bei vielen (E-)Bike-Kategorien durchgesetzt, da sie zahlreiche Vorteile bieten.
Reifenbreite beim Rennrad
Traditionell wurden Rennräder mit sehr schmalen Reifen von 18 bis 20 mm Breite gefahren. Bis in die 2010er Jahre waren 23 mm breite Reifen der Standard. Heutzutage liegt die gängige Reifenbreite bei 28 mm, mit einem Trend zu noch breiteren Reifen bis 32 mm. Diese Entwicklung resultiert aus dem Wunsch nach erhöhtem Fahrkomfort, besserer Traktion und erhöhtem Pannenschutz.
Reifenbreite bei Cyclocross-Rädern
Cyclocross-Räder sind für den Einsatz im Gelände konzipiert und benötigen daher Reifen, die sowohl Traktion als auch Stabilität bieten. Die Reifenbreite liegt typischerweise zwischen 32 mm und 35 mm. Bei offiziellen Cyclocross-Rennen nach UCI-Reglement sind maximal 33 mm erlaubt.
Reifenbreite bei Gravelbikes
Gravelbikes zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus und sind für unterschiedliche Untergründe geeignet. Die Reifenbreite variiert je nach Einsatzbereich:
- 32–35 mm: Geeignet für Fahrer, die viel auf Straßen unterwegs sind, aber gelegentlich auch leichte Schotterwege befahren.
- 40–42 mm: Diese Breite ist der Standard für Gravelbikes und bietet einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Geländetauglichkeit.
- 45–50 mm: Für den intensiveren Geländeeinsatz oder Bikepacking-Touren bieten diese breiteren Reifen zusätzlichen Komfort und bessere Dämpfung auf unebenem Terrain.
Vorteile breiterer Reifen
- Komfort: Breitere Reifen können mit geringerem Luftdruck gefahren werden, was Unebenheiten besser absorbiert und somit den Fahrkomfort erhöht.
- Traktion: Eine größere Auflagefläche sorgt für besseren Grip, insbesondere auf losem oder unebenem Untergrund.
- Pannenschutz: Durch das höhere Volumen sind breitere Reifen weniger anfällig für Durchschläge und bieten somit – in Kombination mit Tubeless-Technologie – einen besseren Schutz vor Pannen.
Nachteile breiterer Reifen
- Gewicht: Breitere Reifen sind in der Regel schwerer, was das Gesamtgewicht des Fahrrads erhöht.
- Aerodynamik: Eine größere Reifenbreite kann den Luftwiderstand erhöhen, was insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten auf der Straße relevant ist.
- Kompatibilität: Nicht alle Fahrradrahmen und -gabeln sind für sehr breite Reifen ausgelegt. Es ist wichtig, die maximale Reifenbreite zu kennen, die dein Fahrrad aufnehmen kann, um sicherzustellen, dass ausreichend Platz vorhanden ist und es nicht zu Reibungen kommt.
Fazit
Die optimale Reifenbreite hängt von deinem individuellen Fahrstil, dem bevorzugten Terrain und den spezifischen Anforderungen ab. Während schmalere Reifen auf glatten Straßen Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit und Gewicht bieten, sorgen breitere Reifen auf unebenem oder losem Untergrund für mehr Komfort und Kontrolle. Es ist wichtig, die Kompatibilität deines Fahrrads zu prüfen und die Reifenbreite entsprechend deinen Bedürfnissen auszuwählen.

Der richtige Luftdruck beim Fahrradreifen
Beim Rollwiderstand spielt nicht nur die Breite der Reifen eine Rolle, sondern auch der richtige Luftdruck.
Wird der Fahrradreifen mit zu viel Luft befüllt, steht er ständig unter Spannung und kann leichter bei Unebenheiten platzen. Zudem verliert der Reifen an Bodenhaftung und der Fahrtkomfort leidet darunter. Nehmen wir aber nun an, du würdest der Fahrradreifen pausenlos mit zu wenig Luft fahren. Der Reifen erzeugt übermäßige Reibung und die Fahrgeschwindigkeit verringert sich.
Empfehlung: Pump den Reifen lieber mit etwas mehr Luft (an der oberen Grenze der auf dem Reifen angegeben ist). Wenn du keine genauen Angaben auf dem Fahrradreifen findest, geben wir dir grobe Richtwerte an die Hand.
Beachte: Wir können nur eine allgemeine Empfehlung aussprechen, der Reifendruck ist von den äußeren Bedingungen (Hitze, Kälte), dem Terrain (Gelände, Straße) und dem Körpergewicht des Fahrers abhängig.
- Ein Rennrad mit Drahtreifen sollte mit 7 bis 9 bar gefahren werden. Verschiebst du dein eigenes Körpergewicht um eine Kommastelle nach links, gilt dies als guter Richtwert. Bei 80kg Körpergewicht wären das 8 bar.
- Das Mountainbike mit Drahtreifen / Faltreifen sollte einen Luftdruck von 2 bis 3,5 bar besitzen. Die Stabilität, Fahrtkomfort und Bodenhaftung steht im Mittelpunkt beim MTB, daher neigt man beim Mountainbike zu einem etwas niedrigen Reifendruck. Tubless-Reifen benötigen noch etwas weniger Luftdruck, 1,0 bis 2,0 bar reichen aus.
- Das Trekkingbike und Citybike sollten mindestens 4 bar Luftdruck haben. Da der geringe Rollwiderstand an erster Stelle steht, können bis zu 6 bar gefahren werden.
Zusammenfassung:
- Besser etwas zu viel Luft im Reifen, als zu wenig. Der Rollwiderstand ist dabei geringer und es wird weniger Körperkraft benötigt. Der Leichtlauf ist somit garantiert.
- Der optimale Reifendruck ist jedoch eine persönliche Empfindung und ist je nach Fahrradtyp und Terrain unterschiedlich.
Hast du die anderen Themen der Reihe noch nicht gelesen? Dann sind hier noch einmal alle Teile für dich aufgelistet:
Teil 1: Was besagen die Bezeichnungen auf Fahrradmantel und Fahrradschlauch?
Teil 2: Welche Unterschiede gibt es beim Drahtreifen, Schlauchreifen & Tubless-Reifen?
Teil 3: Welche Reifenbreite beim Rennrad, Trekkingbike, E-Bike oder MTB?

Andreas
Andreas hat im Grundschulalter schon an seinem Fahrrad geschraubt, um den BMX Fahrern Konkurrenz zu machen. Ein paar Jahre später hat er das Rennrad seiner Schwester heimlich für die ersten Ausfahrten genutzt und seit ein paar Jahren fährt er quer durch Europa – mit oder ohne Gepäck, mit dem Rennrad, dem MTB oder dem Tourenbike.
Und das Schrauben übernimmt er immer noch selbst, auch wenn er seit 2010 für Lucky Bike im Onlinemarketing Team ist.